27051859


Frankfurt a/M 27.5.59

Theuerer Sohn! Es ist nur noch ¼ St. – auf Shabbat, & ich will
Dir doch die Freude machen, daß Du in dieser Woche einen,
wenn auch kleinen Brief erhältst. – Dein vorletzter Brief
hat mir große Freude gemacht & Du wirst es fühlen wie wahr
es sei, daß die Entfernung vom Hause bessert – man erträgt
einen Tadel in der Fremde besser, denn die Liebe zum elterl.
Hause hilft ihn tragen & während man zu Hause ihn oft unwirsch
abwirft, denn der Zorn hilft schütteln. – Gewiß ich wollte
Dir durch . . . . Bedenken nicht weh thun, ich habe Dich nur
zu einerAufklärung aufgefordert. Das Colleg bei . . . . . . . . (?)
meine ich, sollst Du ja belegen, der theuere Fechtbode ficht
mich etwas an. – Ich werde Dir nächste Woche fl. 25.- in Cassa-
scheinen schicken, nachdem ich von Dir erfahren, daß Dirs
recht ist & damit wirst Du langen, bis wir "Im Yirze Hashen = Gottwillig die Freude
haben, dich hier zu sehen. – Nach H. kann ich jetzt nicht,
so nöthig mir, bei meinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . , mir
solcher Ausflug auch sein möge. Ich bin jetzt angespannt nur
„omere“, bis die Erefirma(?) vorbei ist. – Grüße mir Freund
Präger herzlich; mit Frau Hanncher’s (?) Brief haben wir uns,
Groß und Klein, gewiß gefreut – Mama ist entzückt von
Deinen „betachlissen“ Brief! – (hebr._ gut Shabbat mit herzlichen
Gruß & Kuß von
Deinem
treuen & Dich ewig liebenden

Vater Leop. Stein