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                                                München, den 23. Juni 1860

 

            Theurer Vater!

 

Daß mich Dein, soeben erhaltenes Schreiben in größten

Schmerz & größere Betrübnis versetzt hat, als ja ein zurecht-

weisender Wink Deiner väterlichen Vorsorge, mag Dir darin

Erklärung finden, daß mich dasselbe, der ich mir gar keiner

Ahnung bewußt war, auch traurige Momente zu verursachen,

wie ein Deno ex mart. . .(?) (?) ergriff, und ich mich kaum zu einen

richtigen Satze . . . . . . . .  zu treffen vermochte. –

            Soeben sitze ich, von der Universität heimgekehrt, mit zitternder

Hand da, um Dir über Dein, mir in mehreren Theilen

räthselhaftes, wie ein plötzliches Unwetter hereingebrochenes

Schreiben u. Dir darin enthaltenen Anklagen Rechenschaft u. Aufklärung

abzulegen, und werde ich Deine Zeilen der Reihe nach zur Beantwortung

durchgehen, obwohl ich mich im Voraus der Überzeugung hingeben muß,

daß Du mir, wie Deine eigenen Worte lauten, keinen Glauben

beimessen wirst; ich werde freilich Deine unwandelbare Meinung

nicht haben, das ist mir klar! Doch muß ich viele Deiner Bedenken

in Abrede stellen, in dem ich mir keiner Schuld bewußt bin, viel-

mehr die Überzeugung hege, meiner Pflicht vollkommen nachzu-

kommen. –

Daß Du die Ausdrücke meiner Begeisterung für Kunst

 

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und Naturschönheiten für hohle Redensarten hältst, kann

mich nur in der Beziehung innigst betrüben, daß Du

mir keine höhere Ideen zutraust, sondern mich in den

Pfuhl des Genusses und der Freude von nur niedrigen

Erhoffnungen versunken glaubst, - es thut mir das sehr, sehr

wehe, & kann mich nur dazu bringen, künftighin meine

Ansichten & schriftlichen Ausdrücke in dieser Beziehung zu mäßigen

und mich in den Schranken der Alltäglichkeit zu halten, dies,

da es gegen meine Natur ist, wird mir Mühe kosten, ich werde es

jedoch thun müssen, um nicht wieder zu Hause unangenehme

Stunden herevorzurufen. – Meinen Sinn für das Ideale jedoch, das

mir hier speziell in künstlerischer Erziehung geboten ist, kann &

werde ich nicht untergraben. – Es ist dadurch keineswegs bedingt,

daß ich anderen Geld, noch an Zeit frevele; inwiefern ich hier

mein Geld, wie Du behauptest, nicht richtig verwende, ist mir

ein unlösbares Rätsel! – Habe ich mich etwa, in irgend

einem Briefe, über meine Geldverhältnisse beklagend geäußert?

Würde ich, wenn ich die Absicht hätte, Geld auf irgend eine Weise ver-

schleudern u. zu verschwenden, Euch stets von der Billigkeit des

hiesigen Lebens versichern? Ich komme nicht nur glänzend aus,

ich werde sogar am Ende des Jahres, nachdem mir im vorigen

Winter allerdings, die leider in Heidelberg unnütz gemachten Aus-

gaben nachhängten, ich werde in diesem Jahre trotz . . . . . . . .-

facher verschiedenartigster Studienausgaben, ich werde in diesem

Jahr noch sicher, wenn mir dieselben Zuflüsse, wie das letzte

Jahr gestattet sein werden, welche Du in Deinem Schreiben

darlegest, eine ansehnliche Summe ersparen. – Daß Du

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Grund hast, mir die gütigst geliehenen 50 fl. vorzu-

halten, was mich, beiläufig bemerkt, sehr schmerzt, ist

nicht meine Schuld, zürne nicht, unerklärlicher Weise, dieses

Semester ein Theil meiner Stipendien ausgeblieben, ich hätte

mich sicherlich nicht erdreistet, eine mir von meinen Eltern

freiwillig dargebotene Leihsumme anzunehmen, besonderes, wenn

ich hätte ahnen können, daß mir dieselbe als ein „fortgesetztes

Schuldenmachen“ angerechnet würde. -  . – Ich bin mir nicht

bewußt, seit meinem Aufenthalte dahier, mir irgend eine

Verschwendung, oder unnöthige Ausgabe zu Schulden habe kommen

zu lassen, ich könnte nur hierhin den jeweiligen Theaterbesuch

rechnen, der von 14 zu 14 Tagen wiederkehrt, und hoffentlich nicht

Verschwendung genannt werden darf, indem mir der Eintritt

um 15 Uhr gestattet ist. – Auch wüßte ich gar nicht, wie mit dem

besten Willen, ich hätte Verschwendungen machen können? Ich bin

nicht in prassendem Leben erzogen, u. gewährt mir mein

einfaches Leben hinreichend Befriedigung. – Ich brauche täglich

circa 36 – 42 xx(?) zu meinem Unterhalt, u. ist dies wirklich bei den

billigen Preisen für einen gesunden u. kräftigen Körper nicht viel

zu heißen. – Es ist mir hinach, offen u. frei, ein reines

Rätsel, wie Du auf den plötzlichen Gedanken kommst,

ich verprasse dahier mein Geld; von den 200 fl., welche

ich bis jetzt für das laufende Semester erhalten, habe ich

meine Reise hierher bezahlt – von Nbg ist mir diesmal nicht

das mindeste zugeflossen – ich habe für die 1½ Monate meiner

Abwesenheit von hier gleich die Wohnungsmiete berichtigt (?), ich

habe außerdem Miethe für die verflossenen Monate in diesem

Semester gezahlt, ich zahlte meine Inskriptionsgelder, meine

theuren Collegia, das Laboratorium, zum Zwecke meines

 

 

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chemischen & physikalischen Studiums angeschaffte Bücher,

. . . . . . . . .  & Gerätschaften; ich ließ mir ein paar neue

Schuhe machen, welche ich zahlte, Reparaturen bestritt ich; ich mußte

doch mein Leben bestreiten, und ist mir danach noch eine

Summe in Händen, welche mir noch mehrere Wochen  dienen

wird, - wie ist es zu begreifen, daß man mich nach

Zusammenzählung aller dieser, mitunter sehr ins Hohe

sich belaufenden Ausgaben, einen Verschwender u. Schulden-

macher nennen kann? Ich bin G.s.D (Gott sei Dank) hier Niemanden

etwas schuldig, u. damit die mir dargebotene Summe

von 50 fl sogleich getilgt werde, damit ich ganz schulden-

frei dastehen möge, lege ich eine Quittung auf die „Heule-

schuster’sche Stiftung“ lautend, im Be. . . . . . von 90 fl

bei, mit der Bitte, mir gelegentlich den Rest von 40 fl.,

mit welchen ich noch das ganze Semester auskommen

werde, zu übermitteln; was die mir gebotenen 30 fl.,

von Seiten meiner lieben Dorothea anbelangt, so glaube

ich, daß ihr Edelmuth mir noch einige Monate Credit

schenken wird, besonders in Anbetracht, daß sie mir obige

Summe, als ein Geschenk eines nach ihrer edlen Meinung, mir gebührenden Antheils

anbot, was ich jedoch, als solches refusirte(?).- . -  Bei unverhohlenem

und ohne Vorurtheil getrübten Hochrechnen, wirst Du sicher selbst,

Deine, mir, ich wiederhole es nochmals unbegreiflichen Ansichten

über den Geldpunkt, schwinden lassen. –

Ich komme nun zu der mir bei weitem wichtigsten

Darlegung, in Bezug auf Anwendung meiner

Zeit, - und muß ich wieder nur in denselben Staunens-

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ton, wie im ersten Theil meines Briefes, verfallen.

            Du glaubst mir nicht, daß ich mir meiner Pflicht

genüge leiste – ich kann leider nicht erzwingen,

daß Du mir Glauben beimißt. – Ich kann nur auf die

Nachrichten, behufs Anwendung meiner Zeit auf meine

früheren Briefe hinweisen, u. kann nur an

Euch des Semester’s durch erlangte wissenschaftliche „Kennt-

nisse, meine Angaben beweisen. – Noch mehr! ich werde

mir ganz schulmäßig u. kaum eines Studenten würdig,

nur um Dir Deine falsche Meinung zu benehmen, von

meinen Hauptprofessoren, auf dem Privatwege, über

meinen Fleiß u. meine Fortschritte Zeugnisse erbitten,

welche hoffentlich durch eine Privatprüfung zu erlangen

sein werden; dann, so hoffe ich, werden Deine unbegründeten

Vorurtheile verschwinden müssen, die Dir, ganz übernatürlicher

Weise, wer weiß von welchem Wesen, eingegeben sind. –

Ich müßte ja einer der erbärmlichsten, elendesten Menschen

sein, der niedrigste Charakter, wenn ich, mit Über-

legung begabt, im einundzwanzigsten Lebensjahr stehend,

meine höchsten Pflichten so vernachlässigen wollte, sol-

cher Weise mir selbst die besten Stunden stehlen

würde. – Ich bin mir bewußt, welch großes, weites,

kaum erreichbares Ziel mir, in einem Complex so vieler

Wissenschaften, gesteckt ist, nie verzeihbar wäre es, wollte

ich die mir hier in so reichem Maaße gebotenen Gele-

genheiten versäumen. – Ich würde unter die niederste

 

 

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Menschenklasse zu rechnen sein, wenn ich am

blosen „Leben“ an Speise & Trank, meine einzige

Erhohlung suchte, u. nicht die mit Erlangung der Wissenschaft zuge-

brachten Stunden für die glücklichsten meines

Seins erachtete. – Nochmals versichere ich Dich (?), daß

ich nicht „unnütz spatzieren gehe“, sondern stets

als erstes Ziel , das thätige Lernen im Auge

habe. - . Ich habe, weil es Dein Wunsch war,

und um Dir u. Euch allen, die Ihr um mein Wohl

besorgt seid keine Betrübten Stunden zu machen,

nun definitiv den mir am innersten Herzen ge-

legenen Wunsch, mich der Heilwissenschaft hinzu

geben, aus meinen Sinnen verbannt! Ich strebe

einem von Euch gebilligten Ziele entgegen.Um

jede Mißfälligkeit zwischen uns aufzuheben, habe

ich meiner liebsten Idee Lebewohl gesagt und

sollte ich darauf ausgehen Euch zu betrüben?

Sollte durch bübisches – nicht, keineswegs ehren-

haft männliches – eines kräftigen Jüngling’s un-

würdiges „Bummeln u. Faulenzerleben“

meine Kräfte zu Eurem Verdrusse untergraben?

Für soche Handlungsweise wäre wahrlich der Ausdruck

„Leichtsinn“ viel zu gering; die gesteigertste

Borniertheit wäre Haupteigenschaft eines solchen

Menschen. –

            Ich komme zum dritten Punkte, in Bezug auf die

„Verbindung! – Wie aus Deinen Zeilen hervorgeht,

23061860_0607.jpg 23061860-0607 --- Seite 7 zeihest(?) Du mich der Verheimlichung in dieser Beziehung; Bevor ich Dir, die hiervon falsch gefaßten Meinungen zu benehmen suchen werde, will ich Dich darauf auf- merksam machen, daß ich Euch allerdings im Laufe des Wintersemesters von meinem Anschluß an einen Studentenverein Euch berichtet habe, u. bitte ich Dich nur hierüber in meinen Briefen, welche ich damals an Euch geschrieben, zu vergleichen. Es ist gar nicht meine Art den mir nächst stehenden meine Interessen & Hand- lungen zu verschweigen, u. muß ich hierein entschieden Ein- spruch legen; ich wiederhole nochmals, daß ich ganz genau hierüber, schon im vorigen Semester berichtet habe. – Im Übrigen sei mir vergönnt Dir nochmals über diesen Verein Aufschluß zu geben. – Du scheinst denselben mit einer Studendensauforganisation der keine weiteren Principien, als hohle, äußere, rohe, auf Renomisterei berechnete, zu Grunde liegen, zu ver- wechseln, wie solche auf den kleineren Universitäten, wie besonders in Erlangen, Würzburg, & Heidelberg & & bestehen. – das sei fern von mir mich solchen solchen Leuten anzu- schließen; unser Prinzip geht hauptsächlich darauf hinaus, wie ich, wenn ich mich recht entsinne, Dir schon im Dezember v. J. dargelegt, gegen jenes Unwesen auf den Universitä- ten, & wir haben solches hier stellenweise auch, aufzutreten. Unsere Zusammenkünfte sind nicht nur collegialischer und 23061860-0508 --- Seite 8 unterhaltender Natur, - sie beruhen hauptsächlich auf der Aufrechterhaltung und Erziehung eines anständigen gesitteten, nicht rabulistischen und randalisirenden Studententhums, wie solches auf anderen Universitäten überhand zu nehmen sucht. – Wir haben literarische Abende & wissenschaftliche zusammen- künfte, in welcher letzteren Beziehung sich die ver- schiedenen Fakultäten theilen, ein im ungezwunge- nen Humm . . (?) erscheinendes Blatt, bringt die literarischen & prästisches Produkt der Einzelnen. Eine große Zahl der hiesigen Studenten ist unserem Vereine beigetreten; meine speziellen nächsten Freunde zählen zu seinem Kreise; warum sollte ich mich einem so schönen Streben entziehen, das mir weder Zeit, noch, was ich hauptsächlich betone, Geld raubt? – Wenn Du unsere Vereini- gung einer sogenannten „Verbindung“ gleich- stellst, wie ich solch letztere, eben wegen ihrer hohlen nichtssagenden Tendenzen in Heidelberg gemieten habe, so kann ich Dich nur nochmals obiger Auseinander- setzung versichern, welche Dir auch mein Freund Cohn, der die Tendenzen des Vereins hier kennen gelert hat, bezeu- gen kann und bestätigen wird. – Daß wir als allgemeine bairische Studentenschaft die Farben blau & weiß tra- gen ist hoffentlich kein Unrecht; es ist das Tragen dieses
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                        Zeichens als Zierde, nicht als Zwang zu

                        betrachten. – Ich lege deshalb diese Auszeichnung,

da Du hierauf das meiste Gewicht zu legen scheinst, bis

auf weitere Weisung ab. Außerdem geht aus Deinen

Zeilen die Ansicht hervor, daß durch die Zugehörigkeit

zum Verein Zeit u. Fleiß gestört seien, viel-

mehr untergraben würden. – Ich versichere Dich auf mein

Ehrenwort, daß ein Mensch, welcher nicht seine wissen-

schaftliche Thätigkeit in der ihm eigenen S . . . . . .  er-

weißt, der ein arbeitsloses, alles Streben braves(?)

Pflastertreterleben führt gar nicht geduldet wird; unbedingte

Wegweising vom Freundeskreise würde ein faules

. . . . . . nur dem Äußeren nachgehendes Leben zur Folge haben;

es wird hauptsächlich darauf gesehen, daß jede. . . . .  in

seiner wissenschaftlichen S. . . . . das seinige thue, um als

rechtbarer, tüchtiger Mensch angesehen werden zu können.

Es kann dieser Einfluß von Anderen auf mich nur gut

eingewirkt haben, u. bin ich allen meinen Fakultäts-

kollegen, welche mich durch Aufklärungen, Unterweisungen,

und Erklärungen, als Weitervorangeschritten, in der Wissenschaft

belehrt haben, zum aufrichtigsten Dank verpflichtet. –

Ich bin ungehemmt in der Verwaltung meiner

Zeit; ich bin in keiner Beziehung durch Pflichten gebunden. -

 

 

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Unbedingt werde ich Deinem Wunsche folgen,

wenn Du solchen, nach diesen auf mein heiligstes

Ehrenwort gegebenen Aussagen noch

hegen solltest; Du wirst mich hiedurch von  

aller menschlichen Gesellschaft abschneiden; - mei-

ne Freunde werde ich freilich hiedurch nicht ver-

lieren, allein der Umgang mit ihnen ist mir

alsdann durch Deinen Wunsch gehemmt. Umgang

ist dem Jüngling unter seinen Altersgenossen

nöthig, und wenn er solchen in einem Kreise streb-

samer Genossen gefunden hat, so ist nur, glaube

ich, Vortheil hieraus zu erzielen und wird er vor

Verschwimmen(?) im gemeinen Haufen bewahrt. – Der

Gegenseitige Meinungsaustausch, Debatten und

Disputationen, Gelegenheit zur Kundgebung seiner

Ansichten, sind doch wohl nur für die Geistesbildung

förderlich zu nennen. – Ich wiederhole nochmals,

daß ich keiner „Sauf. . . . . . . „ angehöre, daß

ich mich weder übermäßigem Trunke, noch sonstiger

Geld-u. Zeitverschwendung hingebe, oder hingegeben

habe. –

            Es kann nicht davon die Rede sein, daß

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ich „Entschuldigungen oder Beschönigungen“

angewendet oder verwende. –Ich wüßte nicht

wofür. – Ich habe nicht gefrevelt, habe also

keinen Grund zur Entschuldigung; höchstens habe

ich Versicherungen zu geben, meine Zeit gut ange-

wendet zu haben, u. stets weiter gut anwenden

zu wollen. – Ist es nicht mein größter Stolz u. bin ich Dir

nicht dafür zum innigsten Dank verpflichtet,

daß Du mich die „Hoffnung unseres Hauses“ nennst?

Wahnsinnig wäre ich, wollte ich diesen Titel nicht

durch stetes Streben Ehre bereiten um mir ihn stets

zu erhalten, besonders da Ihr Alle zu Hause, stets

mein Bestes mir, auf’s Dankenswertheste, rathet u.

im Auge habt? Sehe ich nicht die Zukunft vor

Augen? Was soll aus mir werden, wenn ich meine

Jugend verträumte? - - - - - -  Theurer Vater!

Habe jedenfalls innigsten Dank für Deine gewiß

wohlgemeinten und im Schmerze niedergeschriebenen

Worte! Sie sollen mich nur in meinen Vorsätzen

und Thaten nochmals bestärken. Laß – ich be-

schwöre Dich – die solchen Meinungen über diesen Dir

innigst ergebenen Sohn von hinnen! Meinungen,

 

 

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die ihn plötzlich in heftigsten, tiefsinnigen

Gram versetzt u. niedergedrückt haben. – Ver-

sage mir nicht den Umgang meiner biederen

Freunde, die mir lieb geworden, die meinem inner-

sten Herzen verwachsen sind! – Ich werde nun

meine Bedürfnisse noch mehr einschränken u. in

jedere Beziehung suchen Deinem Willen nachzukommen –

Du hältst mich für einen schlechten Menschen, das

thut mir bitter weh u. könnte Deine Strenge mich

zum verzweifeltsten Misanthropen machen! Fasse

neue Ansichten von mir und Du wirst überglück-

lich machen, Deinen umgehende Antwort erbittenden

                        jetzt tief getrübten u. gebeugten

                                 Dich innigst liebenden

                                                            Sigmund