Rabbiner Dr. Leopold STEIN, Suppleant der Gesetzgebenden Versammlung
[Suppleanten sind die zugewählten Stadträte für die einjährige Wahlperiode für den Stadtrat von Frankfurt ]
zum Zeitpunkt der "Neuorientierung" nach Amtsverzicht.

„Dr.phil. Leopold Stein, Schützenstr.10“ war für die (einjährige) Wahlperiode 1864/5 „Suppleant der Gesetzgebenden Versammlung“ der Freien Stadt Ffm.; im heutigen Begriff war er also ein „Stadtrat“ ( member of the town council). Suppleant bedeutet die „Zuwahl“ von 45 Bürgern zur „Gesetzgebenden Versammlung“(legislative congress) durch ein Wahlmännergremium(electoral college) von 75 Personen, die von den stimmberechtigten Frankfurtern zuvor in direkter Wahl bestimmt worden waren. Die Verfassung von Ffm.= „Konstitutionsergänzungsakte“ (1816 – 66 mit Änderungen gültig) bestimmte, daß die 45 Personen „aus allen Ständen der gesamten christlichen (sic!) Bürgerschaft … in deren Rechtschaffenheit und Kenntnisse sie Vertrauen setzen“ (mit absoluter Mehrheit) gewählt werden sollten.

 Daß Rabbi Stein ein Mitglied des Frankfurter Stadtparlaments war, ist nach meiner Meinung ein besonders wichtiger Punkt im Sinne der reformerischen Forderung „die Juden sollen sich so aktiv wie möglich für das Staatswesen engagieren“.

                                                          Rainer Domke

 

Von: Matthaeus, Michael [michael [dot] matthaeus [ at ] stadt-frankfurt [ dot] de]
Gesendet: Dienstag, 23. Juni 2009 08:45
An: 'Domke'
Betreff: Staats-Handbuch 1864

Sehr geehrter Herr Domke, hiermit gestatten wir die Abbildung der Seiten 7-9 aus dem Frankfurter Staats-Handbuch von 1864 (Datei St_HB1864.pdf) auf der Familienwebsite www.leopodstein.net
Mit freundlichen Grüßen
Michael Matthäus
Institut für Stadtgeschichte

Dr. Michael Matthäus
Münzgasse 9
D-60311 Frankfurt
Tel. 0049 (0)69/212-37042
Fax 0049 (0)69/212-30753

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