Abgesehen von der Dauerproblematik, daß Rabbi Stein in Kultusangelegenheiten als offiziell nur „2.Rabbiner“, obwohl ein 1. nach Triers Rücktritt 1844 gar nicht mehr existierte, KEINE Mitsprachekompetenz hatte, eskalierte bei der Einweihung der neuen Hauptsyn. die Situation: L.Stein griff in seiner Predigt die Vertreter der Stadt offen an mit der Bemerkung, die Bauten des ehemaligen Ghettos Judengasse seien leider immer noch nicht abgerissen worden, obwohl sie längst überholte Symbole einer vergangenen traurigen Epoche seien. Vom Vorstand aufgefordert die Verbreitung dieser Rede im Druck zu unterlassen, verweigerte er mit dem Hinweis, daß in der Freien Stadt Frankfurt es keine Zensur gebe. (typisch für den „unbeugsamen“ Rabbi, der „kein Blatt vor den Mund nimmt“, und was Arnsberg „einen Mann mit einem ausgeprägten eigenen Willen“ benennt)

                                                                      Rainer Domke