Leopold Stein created a boarding school for girls contrary to the wishes of the leaders of his congregation. It was the main cause for his resigning his position as Rabbi of the Frankfurt congregation.

The school actually served as a model for others which began to spring up according to the ethos of Leopold Stein. See, for example, the Pensionat ‎Sobernheim, Bingen ‎am Rhein.

Von: Brockhoff, Evelyn
Gesendet: Donnerstag, 28. Februar 2008 17:42
An: David Lewin
Betreff: Re: Dr. Siegmund Theodor Stein

Sehr geehrter Herr Lewin,
Ihre Anfrage an Frau Oberbürgermeisterin ist an uns zur Bearbeitung weiter geleitet worden. Wir konnten für Sie folgende Informationen ermitteln:
Dr. Leopold richtete 1861 an den Senat der Stadt Frankfurt die Bitte um Erlaubnis zur Errichtung einer Privaterziehungsanstalt für Mädchen. Nachdem Berichte vom Polizeiamt und der gemischten Kirchen- und Schulkommission eingeholt worden waren, erteilte der Senat ihm die Erlaubnis unter Bedingungen (siehe Institut für Stadtgeschichte, Senatssupplikationen 444/30). Leider sind hier im Institut für Stadtgeschichte und im Jüdischen Museum keine Unterlagen der Erziehungsanstalt vorhanden. Die Akten der gemischten Kirchen- und Schulkommission sind bis auf einen Bestandsrest im Krieg verbrannt
In den Adressbüchern findet sich bis 1872 der Eintrag "Dr. Leopold Stein,Unterrichts-Anstalt und Pensionat, Mainzer Landstraße 53". 1873 befand sich dann dort Caroline Lindner, Lehr- und Erziehungsanstalt, die im Vorjahr noch in der Hochstraße 45 bestand. Caroline Lindner (geb. 16.01.1822) starb am 11.08.1886. Danach übernahm Dr. Johann Schenck die Einrichtung. Antonie Lindner (1830-1906), Schwester der Caroline, verkaufte 1889 das Haus an die Stadt zwecks Straßendurchbruch. Das Haus wurde niedergelegt und Dr. Schenck zog in die Klüberstraße 24.
Von 1875-1882 steht im Adreßbuch auch die Sonntagsschule des Rabbiner Dr. Leop. Stein, WestendstraSSe 7 bzw. 1878 Taunusplatz 8 und ab 1879 Unterlindau, sowohl in der Rubrik fr Knaben als auch in der Rubrik fürMädchen.
Leider haben wir kein Foto der Grabstätte. Laut Arnsberg, Geschichte der Frankfurter Juden, Band 3, S. 492, handelt es sich um ein Doppelgrab, auch wenn die Grabnummern aufgrund der seltsamen Zählweise des älteren Teils des Friedhofs Rat-Beil-Str. abweichen: Eleonore Stein, beerdigt 24.12.1869, Grab IV 7-211, Leopold Stein, beerdigt 5.12.1882, Grab IV 7-170. Das Grabstättenverzeichnis bezeichnet die Grablage genauer mit Sektion IV u, Quadrant 2 C, Reihe 7. Trotz dieser Angaben sind die Gräber des alten Teils schwer zu finden. Meines Wissens hat die Friedhofsverwaltung der Jüdischen Gemeinde an der Eckenheimer LandstraSSe 238 eine Konkordanz, wenn nicht sogar einen Plan.
Mit freundlichen Grüßen
______________
Dr. Evelyn Brockhoff
Leitende Direktorin
Institut für Stadtgeschichte
Karmeliterkloster
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main
Tel: + 49 (0) 69 - 212 - 36367
Fax: + 49 (0) 69 - 212 - 30753
evelyn.brockhoff@stadt-frankfurt.de
www.stadtgeschichte-ffm.de < www.stadtgeschichte-ffm.de>
 
Zu bemerken ist dass andere Schulen danach auch auftraten die sich auf das Sigmund-STEIN Format bassiert haben - siehe zum Beispiel das Pensionat ‎Sobernheim, Bingen ‎am Rhein.
Senats-Supplikationen Tom. 444, number 30 for Leopold STEIN

Antrag zum Gründung der Mädchenschule

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Gehorsamste Bitte des hiesigen Bürgers Rabb. Leopold Stein, Errichtung einer Privaterziehungsanstalt für Mädchen betr.(effend)

Hoher Senat!

Der gehorsamst Unterzeichnete hegt die Absicht und den Wunsch,eine höhere Töchterschule, verbunden mit einem Pensionate, zu eröffnen. – Die Unterrichtsgegenstände sollen, wie sie in unserer Zeit zur Erzielung einer gründlichen Bildung des Weibes, für das höhere ideale Gebiet,für das Haus und für das Leben, nothwendig erscheinen, folgende sein:

I. Religion

II. Elementarkentnisse: Lesen. Schreiben. Rechnen

III. Kenntnis der Muttersprache: Deutsche Sprachlehre. Deutsche Stylübung. Literaturgeschichte. Kenntniß des deutschklassischen Schriftenthums

IV. Realkentnisse: Weltgeschichte. Erd-,Natur-,Himmelskunde

V. Fremde Sprachen: Französisch. Englisch

VI. Aus dem Gebiete der Kunst: Zeichnen. Singen. Musik

VII. Zur Erziehung für das Haus: Weibliche Arbeiten. Häusliche Buchhaltung. Anleitung zur Führung des Hauswesens

Indem ich auf diese Weise, in dem heiligen Werke der Jugenderziehung, eifrig und gewissenhaft, zum besten unseres vaterstädtischen Gemeinwesens auch meine schwachen Kräfte nützlich verwenden möchte, stelle ich hiermit die gehorsamste Bitte:

Hoher Senat wolle mir zur Errichtung einer höheren Töchterschule am hiesigen Orte, verbunden mit einem Pensionate, die Erlaubniß zu ertheilen huldvollst geruhen.“

In tiefster Ehrfurcht verharrt Eines Hohen Senates gehorsamster Rabbiner Leopold Stein

Frankfurt a.M. 2.Juli 1861

Verlesen im Senat am 5. Juli 1861u. best(ätigt)

An das Polizei-Amt u. die gemischte Kirchen- und Schul-Commission zum Bericht

(aus der Senats-Supplikation Tom. 444 Num 30 betr. Stein, Leopold aus Burgkunstadt Rabiner bei der hies.(igen) israel. Gemeinde)

Die Orthographie des Gesuchs von Rabbi Stein wurde im Original beibehalten - Rainer Domke 20.03.08