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Sign. 132/61-1861,17 Univ.archiv Tübingen
[Translation by Rainer Domke]

 

Was der beste und größte GOTT mit Glück und Segen gewähren möge!

Der hoch angesehene Stand (=das Institut) der Philosophen

an der königlichen Eberhards-Karl-Universität zu Tübingen

macht den äußerst vornehmen und gelehrten Herrn

           Leopold Stein

einen Bayern aus Franken

den Frankfurter Rabbiner

nach Anerkennung seiner Ausbildung zum Doktor der Philosophie und Lehrer der freien Künste.

Durch eben diese Urkunde verkündet er feierlich

und überträgt demselben alle Rechte und Privilegien, die mit dem Doktorgrad verbunden sind.

Geschehen ist dies unter dem mildesten, nachsichtigen, erhabensten und mächtigsten

          Herrn Wilhelm, König von Württemberg,

unter dem Rektor der Universität Gustav Friedrich Öhler,

Doktor der Philosophie und Theologie, staatlich ordentlicher Professor an der evangelischen (theologischen) Fakultät

und zudem Vorsteher des Tübinger evangelischen Seminars,

der die Lehrerlaubnis erteilt kraft der vom König überlassenen Amtsbefugnis,

unter dem erhabenen Kanzler der Universität Karl Friedrich von Gerber,

Komtur des königlichen Ordens der württembergischen Krone und außerdem Ritter des österreichischen Leopoldsordens

und des preußischen Ordens vom roten Adler, Doktor beider Rechte und staatlich ordentlicher Professor,

unter dem hochbewährten Dekan der Philosophischen Fakultät Karl Hirzel,

Doktor der Philosophie und staatlich ordentlicher Professor der alten Sprachen.

 

Tübingen, mit dem größeren Siegel der Philosophischen Fakultät, am 11.September 1861

 

Der gedruckte lateinische Text des Doktordiploms setzt kein einziges Zeichen (auch keinen Punkt!); im Original kommt der Teil „geschehen ist dies…“ als erster nach dem Anruf Gottes, was der besseren Lesbarkeit wegen in der Übersetzung durch Rainer Domke/Peter Wutz umgekehrt wurde.