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Ausgabe 10.03.2008
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Feier unterm Sternenhimmel

Jüdische Kultusgemeinde bezieht neue Synagoge an der Hindenburgstraße
 Feier unterm Sternenhimmel
Foto: Distler
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Die Jüdische Kultusgemeinde Erlangen, mit 118 Mitgliedern die kleinste jüdische Gemeinde Bayerns, hat gestern das fünfte Gebetshaus in ihrer jüngeren Geschichte bezogen. An der zweieinhalbstündigen Zeremonie, die durch Musik-, Gesangs- und Gedichtbeiträge umrahmt wurde, nahmen so viele Menschen teil, dass die neue Synagoge aus allen Nähten platzte.

Die Festrede für diesen großen Tag in der mindestens 600-jährigen Geschichte der Erlanger Juden hatte Rabbiner Jaakov Ebert seit längerem vorbereitet. Dass er ihren Inhalt kurzerhand abänderte, lag an einem neuerlichen Anschlag in Israel, bei dem vergangene Woche ein palästinensischer Attentäter in einer jüdischen Religionsschule in Jerusalem acht Jugendliche umgebracht und weitere verletzt hatte.

«Wer hat Schuld daran?», fragte der Rabbiner in der neuen Synagoge die Gemeindemitglieder und deren Gäste, darunter viele Vertreter von Stadt und Staat, von Politik und Universität sowie anderer Religionen. «Wir müssen in den Spiegel schauen», sagte Jaakov Ebert. Jeder Einzelne müsse sich fragen, was er tun könne, um die Welt zu verbessern. Drei Ansatzpunkte gab er mit auf den Weg, für die zwar drei Thora-Abschnitte Pate standen, denen aber überreligiöse Bedeutung zukommt. Erstens: Respektvolles Verhalten im Heiligen Tempel, sprich: in der Synagoge (oder in einem anderen Gotteshaus). Zweitens: «Mit Neid, häufig Ursache für Hass, kommt man nicht weiter.» Drittens: Man lebt nicht für sich alleine, sondern ist stets ein Teil von etwas anderem, zum Beispiel einer Gemeinde.

Zuvor hatten die Rabbiner Ebert und Eliezer Chaim Chitrik sowie Awraham Rosenthal, der Vorbeter der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen, als Teil eines Festzugs drei Thorarollen - das heißt die fünf Bücher Mose in Hebräisch auf Pergament - unter einem bestickten Baldachin in die neue Synagoge gebracht, an deren Eingängen zuvor Gebetskapseln befestigt worden waren. Hernach wurden die Thorarollen in den Schrein gehoben.

Hoffnungsfrohe Zuversicht

Die zahlreichen Grußworte, die der ergreifenden Zeremonie folgten, waren vom sorgenvoll-bestürzten Blick in die Vergangenheit geprägt, aber auch voller hoffnungsfroher Zuversicht. Ester Klaus, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde, erinnerte zunächst in einer Gedenkminute an die 76 während der Shoah von den Nazis ermordeten Erlanger Juden. Als Teil ihres Rückblicks zeichnete sie nach, wo sich die jüdischen Gebetshäuser Erlangens in den vergangenen 135 Jahren befunden hatten. Für die Zukunft wünschte sich Ester Klaus, dass in Zusammenarbeit mit der Universität eine Jüdische Studentengemeinde gegründet wird. «Der Bedarf wäre da.» Schließlich kämen Juden aus aller Welt zum Studieren in die Stadt.

Innenminister Joachim Herrmann wertete den Einzug in die neue Synagoge als «sichtbares Zeichen, dass sich Menschen jüdischen Glaubens in Erlangen wieder zu Hause fühlen». Der Umzug in das sanierte Erdgeschoss der Gründerzeitvilla an der Hindenburgstraße war nötig geworden, weil die ehemaligen Bet- und Versammlungsräume an der Hauptstraße im zweiten Stock gelegen für ältere und behinderte Menschen kaum zu erreichen waren. Zudem entsprach die Küche - sie war zu klein, um sie in eine fleischige und eine milchige Abteilung zu trennen - nicht den Vorschriften des Religionsgesetzes.

Im neuen Gemeindezentrum mit seinen 200 Quadratmetern Nutzfläche finden neben den zwei in Blautönen gehaltenen Gebetsräumen - einer für Männer, einer für Frauen, wie in orthodoxen Gemeinden üblich - zwei Küchen ebenso Platz wie eine Bibliothek. «Optimal für die Größe der Gemeinde» seien die Räumlichkeiten, meinte Architekt Jürgen Lemke. Vorbild für die von ihm konzipierte «Blaue Synagoge» in Erlangen, deren Decke an einen Sternenhimmel erinnert, ist eine Synagoge im nordisraelischen Safed, einer Kleinstadt, die als wichtiger Ort jüdischer Gelehrsamkeit gilt.

Zum Einzug brachten etliche Gratulanten neben guten Wünschen auch Geschenke mit, darunter Schecks. Mit diesem Geld sollen weitere Fenster der Synagoge künstlerisch gestaltet werden, so dass sich dort künftig alle zwölf Stämme Israels wiederfinden.



von Kirsten Waltert
10.3.2008
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